EGOamp ist der Wave- und Darkwave-Musik der frühen 80er Jahre verschrieben und verbindet Einflüsse dieser Epoche mit modernen wie progressiven Elementen. Der deutsche expressionistische Film der 20er Jahre zieht sich stilistisch als roter Faden durch das aktuelle EGOamp Projekt. Das erste Album und Live-Konzept EGOamps spielt mit Elementen des 1920 entstandenen deutschen Stummfilmklassikers “Das Cabinet des Dr. Caligari“ von Regisseur Robert Wiene. Beispielsweise nehmen Bandfotos und einige Tracks dieses Werk zum Thema. Obwohl die Songstrukturen in den frühen 80er Jahren verwurzelt sind, wurde dennoch auf einen topaktuellen Sound geachtet. So kamen einige analoge Klangerzeuger zum Einsatz, aber eben auch modernes wie digitales Equipment, immer dort wo es sinnvoll erschien. EGOamp versteht sich nicht als Retro-Band - ganz im Gegenteil. Die Band verfolgt von Anfang an einen professionellen Anspruch. So wurde schon bei der Erstellung der ersten Demo-Tracks Chris Lietz („Die Krupps“, „Catastrophe Ballet“, „Access Denied“ u.a.) als Produzent gewonnen. Live ist ebenfalls “Das Cabinet des Dr. Caligari“ Stilmittel: EGOamp passt sein Bühnenoutfit an Akteure des Films an und so ist eine EGOamp Show auch immer ein visuelles Erlebnis, welches u.a. die Fans beim Wave Gotik Treffen in Leipzig 2009 begeistert miterleben konnten. Das Album „Welcome to the Cabinet“, welches die Liebe zum deutschen Stummfilm der 20er Jahre mit musikalischen Einflüssen des 80er-Synthpop, EBM, House und Trance verbindet und durch die fette Produktion von Chris Lietz modern zu klingen weiß, verknüpft lose kurze Soundscapes und dadurch wird eine Brücke zu den verschiedenen Themen des Longplayers geschlagen. Roter thematischer Faden des Werkes ist „Das Kabinett des Dr. Caligari“.
Passend dazu wurde der New Wave Underground Hit „The Cabinet“ der britischen Band „Das Kabinette“ adaptiert, der in dieser Form sogar den Urhebern zu gefallen weiß - eine Art autorisierte Coverversion also. Auch andere Themen wie Einsamkeit, Vergeltung und das Thema Film im Allgemeinen kommen textlich zur Sprache, oft auch mit einem „Augenzwinkern“ vorgetragen. Die ironische Komponente wird durch das stylische Auftreten der Band manifestiert. So scheint Asmodi Caligari direkt einem alten Stummfilm entsprungen zu sein. Gerüchteweise sogar einem verschollenen Werk („Das Erbe des Dr. Lang, 1919“) des Regisseurs und Theaterintendanten Joe Castle alias Josef Schloss, der in dem Track „The Director“ gar selbst zu Wort kommt. „The Veil“ indessen beschreibt die klaustrophobische Atmosphäre eines Raumes mit eingehender Vereinsamung und der daraus resultierenden Flucht in diverse Drogen, welches mit Hilfe düsterer Harmonien, treibender Beats und lyrischer Stringenz untermauert wird. „The Carnival“, „Holstenwall“ und „The Cabinet“ nehmen thematisch direkt Bezug auf den Inhalt des Filmes. Filmkenner werden hier auch einige cineastische Querverweise zu erkennen wissen. Die Musik steht somit eher in der Tradition des Soundtracks zu „Metropolis“ von Giorgio Moroder, als zu einem klassischen Filmscore. Es gibt also viel zu entdecken auf diesem Erstlingswerk, welches nicht davor zurückschreckt, sich viele musikalische Stile zu Eigen zu machen und dadurch eine interessante Mischung zu kreieren, die Freunde der elektronischen Populärmusik sowie eingefleischten Cineasten gefallen könnte.
EGOamp Live Members:
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Asmodi Caligari Vocals, Electronic Drums, Melodica Soprano
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Cesare Insomnia Keyboards, Backing Vocals
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Chris Castle Keyboards
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Ben Paderna Guitars
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Jane Overnight Backing Vocals, Percussions
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